Vier Wege zu einem Ziel

Es gibt viele verschiedene Therapiemöglichkeiten, die dazu beitragen, die Psoriasis-Symptome zu lindern und zu behandeln. Ihr Arzt kann Ihnen helfen, die richtige Therapie für Sie zu finden.
Typischerweise teilen wir die verschiedenen Therapien in vier Kategorien ein. 
  • Äußerliche (topische) Therapien: Umfassen Produkte, die auf die Haut aufgetragen werden, wie etwa Cremen, Gele oder Salben.
  • Fototherapie und Klimatherapie: Lichttherapie – entweder ultraviolettes oder Sonnenlicht.
  • Innerliche (systemische) Therapien: Über den Mund (oral) oder durch Spritzen aufgenommene Medikamente. Der Name systemische Therapien beruht darauf, dass sie den Körper als Ganzes und nicht nur eine lokale Hautregion betreffen.
  • Biologische Therapien: Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel (Biologika) sind eine spezielle Art von systemischer Therapie – normalerweise durch Injektion verabreicht –, die auf einen bestimmten Teil des Immunsystems abzielt.
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Topische Therapien
Präparate die direkt auf die Haut aufgetragen werden – wie Cremen, Gele oder Salben.

Äußerliche (topische) Therapien

Topische Medikamente sind Arzneimittel, die direkt auf die Haut aufgetragen werden – typischerweise Cremen, Gele oder Salben. Normalerweise beginnt Ihr Arzt mit einer äußerlichen Behandlung, wenn Sie an einer leichten bis mäßigen Psoriasis leiden. Topische Therapien helfen vielen Patienten, wenn sie korrekt angewandt werden, und sind im Normalfall mit weniger Nebenwirkungen verbunden als andere Therapieformen.

Verschreibungspflichtige äußerliche Arzneimittel


Die am häufigsten verschriebenen äußerlichen Arzneimittel enthalten entweder ein so genanntes Kortikosteroid oder ein Vitamin D-Präparat. Kombinationen von Vitamin D mit Kortikosteroiden werden ebenfalls häufig verwendet.
In einigen Krankenhäusern kommen Dithranol oder Steinkohlenteer zum Einsatz.
  • Topische Kortikosteroide (oder einfach Steroide): Kortikosteroidhormone werden von den Nebennieren im Körper produziert. Steroide können mithelfen, Schuppen zu beseitigen und eine Schwellung, Reizung, Rötung sowie Juckreiz zu reduzieren. Es ist eine Vielzahl von Marken mit verschiedenen Arten und Stärken von Kortikosteroiden erhältlich. Sie werden in vielen verschiedenen Zubereitungsformen angeboten. Je stärker sie wirken, desto vorsichtiger müssen Sie bei längeren Behandlungen damit umgehen. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Dünnerwerden der Haut, Veränderungen der Pigmentierung, leichte Verletzbarkeit, Dehnungsstreifen, Rötung und erweiterte oberflächliche Blutgefäße. Normalerweise sollten starke Steroide nicht über längere Zeiträume täglich verwendet werden. Falls dies jedoch trotzdem geschehen ist, müssen Sie Ihren Arzt konsultieren, bevor Sie die Behandlung beenden. Ein abruptes Aufhören kann zu einer als Rebound-Effekt bezeichneten überschießenden Gegenreaktion führen, bei der die Psoriasis heftig wieder aufflammt.
  • Vitamin D3-Analoge: Vitamin D3 wie etwa Calcitriol oder synthetisch hergestelltes Vitamin D3 mit der Bezeichnung Calcipotriol kann dazu beitragen, das Wachstum von Hautzellen zu verlangsamen, Läsionen abzuflachen und Schuppen zu entfernen. Häufige Nebenwirkungen sind Hautreizung, Stechen und Brennen. Bei Calcitriol tritt auch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht auf.
  • Kombination von Steroid und Vitamin D3-Analogon: Kombinationsmedikamente, die sowohl ein Kortikosteroid als auch ein Vitamin D-Analogon enthalten, werden Patienten mit Psoriasis häufig verschrieben. Kombinationsprodukte sind als Gele und Salben erhältlich. Diese Kombination hilft mit, die Entwicklung von Hautzellen zu verlangsamen, flacht Läsionen ab, entfernt Schuppen und reduziert Schwellung, Reizung, Rötung und Juckreiz. Zu den Nebenwirkungen gehören Jucken, Ausschlag und Brennen der Haut.
  • Salicylsäure: Dieser aktive Bestandteil wird als ‘keratolytisch’ bezeichnet. Das bedeutet, dass er die äußere Schicht der Haut (die Keratine) auflöst oder zerstört. Er wird häufig in Kombination mit anderen Therapien verwendet. Keratolytische Produkte können bei der Aufweichung der Haut helfen und Schuppen beseitigen. Sie können jedoch auch Hautreizungen verursachen.
  • Steinkohlenteer: Teerhaltige Shampoos und Lösungen können dazu beitragen, das schnelle Wachstum von Hautzellen zu verlangsamen, und reduzieren Entzündung, Juckreiz und Schuppenbildung. Teerprodukte können jedoch die Haut röten und reizen, und sie färben Kleidungsstücke, Bettwäsche und blondes Haar. Sie machen die Haut auch empfindlicher gegen Sonnenlicht; deshalb ist es wichtig, Sonnenschutzmittel zu verwenden und mit Sonnenstrahlen vorsichtig zu sein. In einigen Krankenhäusern wird Steinkohlenteer in Kombination mit Fototherapie verwendet (z. B. Goeckerman-Schema).
  • Dithranol: Der aktive Bestandteil stammt aus der Rinde des Araroba-Baums und wird seit über hundert Jahren gegen Psoriasis verwendet. Er kann das schnelle Wachstum von Hautzellen bei Plaque-Psoriasis reduzieren. Er kann jedoch auch zu Hautreizungen führen sowie Haare und nicht betroffene Haut, Kleidung und Bettwäsche verfärben. Er kann bei Kontakt mit gesunder Haut um die Läsion herum eine Hautreizung verursachen und wird deshalb normalerweise nur in Krankenhäusern verwendet, wo eine Krankenschwester für die korrekte Anwendung sorgt.
Ergänzend zu den topischen Arzneimitteln, die nur auf Rezept erhältlich sind, gibt es eine Reihe nicht verschreibungspflichtiger topischer Produkte, die frei verkäuflich sind (engl. „over the counter“, OTC). Sie können OTC-Produkte in Apotheken, Drogerien oder Supermärkten kaufen. Sowohl keratolytische als auch Steinkohlenteer-Produkte in milden Lösungen sind als OTC-Produkte zu finden.
Es ist für alle Psoriasis-Patienten wichtig, die Haut feucht zu halten. Deshalb sollten gute Feuchtigkeitslotionen und -cremen Bestandteile der täglichen Körperpflege sein. Sie sorgen dafür, dass die Haut geschmeidig bleibt und weniger durch Trockenheit verursachte Risse, Schrunden und juckende Stellen auftreten.

Es ist nicht ganz genau bekannt, wie die Lichttherapie funktioniert, doch man weiß, dass Behandlungen mit natürlichem Licht und speziellen Formen von ultraviolettem Licht zu einer deutlichen Besserung bei Psoriasis führen.


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Verschreibung Fototherapie
Lichttherapie – entweder ultraviolettes Licht oder Sonnenlicht

Fototherapie und Klimatherapie

Sonnenlicht hat bei vielen Patienten mit Psoriasis eine positive Wirkung. Demnach kann bei diesen Therapien die Haut systematisch Sonnenlicht (Klimatherapie) oder künstlichem UV-Licht ausgesetzt werden. Die Lichttherapie (gelegentlich als Fototherapie bezeichnet) wird bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis eingesetzt. Es ist nicht ganz genau bekannt, wie die Lichttherapie funktioniert, doch man weiß, dass Behandlungen mit natürlichem Licht und speziellen Formen von ultraviolettem Licht bei vielen Patienten zu einer deutlichen Besserung bei Psoriasis führen. Sie verlangsamt die Erneuerung der Haut und hat eine positive Auswirkung auf die Entzündung.
Es gibt 2 Arten von Fototherapie:
  • Ultraviolettes Licht B (UV-B): Dieser Typ von UV-Licht ist auch im normalen Sonnenlicht vorhanden. Er durchdringt die Haut und hilft mit, das Wachstum der betroffenen Hautzellen zu verlangsamen. Bei einer Therapie mit UV-B-Licht werden Sie dem Licht für eine bestimmte Zeitdauer und nach einem geregelten Zeitplan ausgesetzt.
  • PUVA (Psoralen + UVA): Die Fototherapie kann auch auf UV-A-Licht basieren. Dieser Typ von UV-Licht ist nur in Kombination mit dem lichtsensibilisierenden Medikament Psoralen wirksam. Es verstärkt die Wirkung der Lichttherapie und trägt dazu bei, überschießendes Wachstum von Hautzellen zu verlangsamen sowie die Psoriasis-Symptome zu reduzieren oder zu beseitigen. Häufige kurzzeitige Nebenwirkungen von PUVA sind Übelkeit, Juckreiz und Rötung der Haut. Es ist wichtig, nach der Einnahme von Psoralen Sonnenlicht zu meiden, da es Ihre Augen schädigen und zu schwerem Sonnenbrand führen kann.
Häufige Nebenwirkungen der Lichttherapie sind, dass die Haut nach UV-Exposition rot oder trocken werden oder jucken kann. Einige Menschen entwickeln eine sonnenbrandähnliche Reaktion und können auch eine vorübergehende Verschlechterung der Psoriasis erleben, bevor die Haut besser wird. Es ist wichtig, einen Sonnenbrand zu vermeiden und daran zu denken, dass übermäßige Sonnenbestrahlung zu Hautalterung und erhöhtem Hautkrebsrisiko führen kann.


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Systemische Therapien
Arzneimittel werden entweder oral eingenommen oder injiziert. Systemische Therapien werden so bezeichnet, weil sie den Körper als Ganzes und nicht nur eine lokale Hautregion betreffen.

Innerliche (systemische) Therapien

  • Systemische Therapien werden so bezeichnet, weil sie den Körper als Ganzes und nicht nur eine lokale Hautregion betreffen. Sie werden entweder oral eingenommen oder injiziert, und, da sie auf den ganzen Körper wirken, normalerweise nur für schwerere Formen von Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis verwendet.
  • Cyclosporin: Dieser aktive Bestandteil arbeitet über die Unterdrückung der Immunantwort des Körpers. Daher ist er als immunsuppressives Medikament bekannt. Dieses trägt dazu bei, das Wachstum bestimmter Immunzellen zu verlangsamen. Es besitzt eine Reihe möglicher Nebenwirkungen, darunter Bluthochdruck und Nierenschädigung, und wird nur bei schwereren Psoriasis-Fällen eingesetzt.
  • Methotrexat: Diese Substanz arbeitet über die Bindung an ein Enzym, das am schnellen Wachstum von Zellen beteiligt ist, und über die Hemmung dieses Enzyms. Es verlangsamt dadurch die Geschwindigkeit des Hautzellenwachstums. Methotrexat kann die Leber schädigen. Es ist deshalb sehr wichtig, dass die Patienten eng überwacht werden. Die Patienten werden normalerweise angehalten, Alkohol und andere die Leber belastende Substanzen zu meiden. Darüber hinaus kann Methotrexat mit einigen Medikamenten interagieren (dh. Wechselwirkungen haben), so dass es wichtig ist, Ihren Arzt zu kontaktieren, wenn Sie mit der Einnahme anderer Medikamente beginnen (z. B. bestimmter entzündungshemmender Medikamente) oder wenn bei Ihnen irgendwelche Nebenwirkungen auftreten.
Therapien mit Biologika
Biologika sind eine spezielle Art von systemischer Therapie – normalerweise durch Injektion verabreicht – die auf einen bestimmten Teil des Immunsystems abzielt.

Biologika

Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel sind die neueste Klasse von Medikamenten, die auf bestimmte Teile des Immunsystems abzielen.  Es sind proteinbasierte Therapeutika, die entweder durch Injektionen unter die Haut oder durch intravenöse Infusionen direkt ins Blut verabreicht werden. Sie arbeiten über die Blockierung spezifischer Proteine im Immunsystem,14 wie etwa Tumornekrosefaktor alpha (anti-TNF) oder Interleukine 12 und 23 (anti-IL 12-23).
Für Psoriasis sind derzeit drei verschiedene Typen von anti-TNF-Produkten auf dem Markt. Sie haben jeweils einen anderen Wirkstoff: Etanercept, Adalimumab und Infliximab. Sie werden entweder durch Injektion oder Infusion verabreicht. Das einzige anti-IL 12-23-Medikament auf dem Markt basiert auf dem aktiven Bestandteil Ustekinumab und wird durch Injektion verabreicht.Biotechnologisch hergestellte Therapeutika sind sehr teuer und werden für gewöhnlich nur für mittelschwere bis schwere Fälle von Psoriasis eingesetzt. Zu den Hauptnebenwirkungen gehören ein erhöhtes Infektionsrisiko aufgrund des geschwächten Immunabwehrsystems. Es ist auch wichtig zu wissen, dass einige Impfstoffe während der Therapie nicht verabreicht werden dürfen. Informieren Sie stets Ihren Arzt, dass Sie eine Therapie mit Biologika erhalten, wenn Sie eine Impfung benötigen.
Weitere häufige Nebenwirkungen sind Reaktionen an der Injektionsstelle, und in einigen Fällen können schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten. Zögern Sie nicht, Ihren Arzt zu kontaktieren, wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung auftritt.

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