Ein geteiltes Problem ist ein halbes Problem

Warum es wichtig ist, offen mit Psoriasis umzugehen

Wenn Sie sich jemals wegen Ihrer Psoriasis geschämt haben, sind Sie nicht alleine. Tatsächlich berichteten in einer neueren Umfrage 73 % der Patienten mit Psoriasis, dass sie sich wegen ihrer Erkrankung gehemmt fühlen. Diese Sorgen sind sehr häufig; deshalb ist es wichtig, sich zu überlegen, wie Sie damit umgehen und sicherstellen könnten, dass sie Ihre Lebensqualität nicht beeinträchtigt.

Es ist absolut natürlich, sich unsicher zu fühlen

Leider können Unsicherheit und Verlegenheit dazu führen, dass Betroffene versuchen, Ihre Psoriasis geheim zu halten. Obwohl verständlich, kann dies emotional belastend sein.
Das Vermeiden von Situationen, in denen Sie sich besorgt fühlen (etwa Schwimmen oder Händeschütteln), scheint eine vernünftige Strategie zu sein, doch die Vorteile sind eher kurzlebig. Statt die Notlage zu lindern, führt das Vermeiden wahrscheinlich dazu, dass Ihre Sorgen um Ihr Aussehen stärker werden und noch mehr Bedenken erzeugen.
Das Verbergen Ihrer Psoriasis hat auch körperliche Aspekte. Wenn Sie Ihre Psoriasis immer mit langen Ärmeln, Hosen und Halstüchern bedecken, wird es Ihnen vor allem im Sommernicht nur unangenehm heiß, sondern Ihre Haut bekommt auch weniger Sonnenstrahlen ab, die in mäßiger Dosierung tatsächlich gut für Psoriasis sein können.

In Verbindung bleiben

Es ist wichtig, die emotionale Unterstützung zu erhalten, die Sie brauchen, und mit den Menschen in Ihrer Umgebung verbunden zu bleiben, statt zu versuchen, ganz alleine mit der Erkrankung fertig zu werden. Auch wenn es anfangs schwer sein kann, darüber zu sprechen, stellen Sie vielleicht fest, dass Offenheit in Bezug auf Ihre Psoriasis gegenüber Freunden, Familie, Kollegen und Ihrem Arbeitgeber echte Vorteile bringt – wie etwa ein viel breiteres Unterstützungsnetzwerk, Verständnis der Kollegen und bessere Lebensqualität zu Hause.
Wenn Sie beschließen, mit anderen über Ihre Psoriasis zu sprechen, sind hier einige gängige Situationen und einige Tipps, wie Sie damit umgehen:

Missverständnisse überwinden

Ein mögliches Problem stellen Personen dar, die nichts über Psoriasis wissen. Manche sind eventuell sogar besorgt, dass auch sie Psoriasis bekommen könnten; versichern Sie ihnen also, dass das nicht der Fall ist, und erklären Sie die Erkrankung dann so einfach wie möglich.
Zum Beispiel könnten Sie sagen: “Sie wissen vielleicht, dass die Haut sich normalerweise alle drei bis vier Wochen erneuert.
Was bei mir passiert, ist, dass meine Haut zu schnell arbeitet. Sie erneuert sich alle drei oder vier Tage, und die neuen Hautzellen hatten keine Zeit, sich richtig zu entwickeln. Deshalb ist alles wund und schuppig.”

Psoriasis ist nichts, wofür man sich schämen muss, und wenn Sie es anderen sagen, werden sie es wahrscheinlich verstehen und hilfsbereit sein



Mit Ihrem Partner über Psoriasis sprechen

Egal, wie nahe Sie jemandem stehen – es kann für Ihren Partner trotzdem schwer sein, genau zu wissen, was Sie durchmachen. Obwohl es schwierig sein kann, sich zu öffnen, kann das Verständnis Ihres Partners für die effektive Behandlung Ihrer Erkrankung sehr hilfreich sein. Es könnte sogar bewirken, dass auch Ihr Partner sich besser fühlt, wenn Sie ihn wissen lassen, wie er Ihnen praktische und/oder emotionale Unterstützung geben kann.

Familiäre Unterstützung erhalten

Psoriasis könnte möglicherweise das Familienleben belasten. Es könnten zusätzliche Anforderungen an Familienmitglieder gestellt werden, wie etwa Ihnen beim Auftragen äußerlicher Medikamente zu helfen. Oder es wird die Freizeit der Familie beeinträchtigt, wenn Sie das Gefühl haben, öffentliche Orte wie etwa Schwimmbäder meiden zu müssen. Psoriasis muss das Familienleben jedoch nicht ruinieren. Wenn Sie offen mit Ihrer Erkrankung umgehen, ermöglichen Sie auch Ihren Familienmitgliedern, Ihnen die nötige Unterstützung zu geben.

Ihre Psoriasis Kollegen erklären

Psoriasis könnte das Arbeitsleben auf verschiedene Weise beeinflussen; dazu gehören der Umgang mit der Neugier von Mitarbeitern in Bezug auf Plaques, aber auch Abwesenheit vom Arbeitsplatz wegen eines Schubes oder emotionalen Leiden. So ist es eine gute Idee, sich zu überlegen, wie Sie mit etwaigen Problemen umgehen und Kollegen über Ihre Erkrankung aufklären können.
Wenn Sie sich entschieden haben, es zu erzählen, denken Sie sorgfältig darüber nach, was Sie sagen möchten und was nicht. 
Allgemein ist es am besten, eine einfache Sprache zu verwenden. Betonen Sie, dass Sie die Krankheit behandeln, dass sie nicht ansteckend ist und dass sie Ihr Engagement für Ihre Arbeit nicht beeinträchtigt.

Ein breiteres Unterstützungsnetzwerk

Psoriasis ist nichts, wofür man sich schämen muss, und wenn Sie es anderen sagen, werden sie es wahrscheinlich verstehen und hilfsbereit sein. Wenn es auch nicht einfach ist, könnte es dennoch hilfreich sein, die Sache nüchtern zu sehen. Sehr wenige Menschen sind vollkommen zufrieden mit ihrem Körper, und fast jeder weiß, wie es ist, gelegentlich verlegen oder unsicher zu sein.
Wem Sie es sagen, ist alleine Ihre Entscheidung, aber Sie sind möglicherweise angenehm überrascht über die positiven Reaktionen, die Sie bekommen.

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